Nach dem Willen der Verwaltung und der CDU sollte das ehemalige Wienerwald Gebäude am Bürgergarten abgerissen werden, um an der Stelle ein Haus der Wirtschaft entstehen zu lassen. Dabei ist das Gebäude architektoniscDas ehemalige Wienerwaldgebäudeh einzigartig schön und für viele aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Nachdem der Rat sich im August letzten Jahres für Abriss und Bau eines Hauses der Wirtschaft ausgesprochen hatte, wurde ein Bürgerbegehren vom Frischen Wind initiiert und mehrere tausend Hamelner Bürger unterschrieben gegen die Pläne. Mit der rot-rot-grünen Ratsgruppe haben wir Anträge in den Rat eingebracht, um dieses Thema auch politisch anzugehen. Mit Blick auf das gescheiterte Bürgerbegehren die richtige Entscheidung! Ein Antrag zielt darauf, den letztjährigen Ratsbeschluss aufzuheben und eine gebäudeerhaltende Nachnutzung anzustreben. Ein zweiter Antrag streicht das Geld, das im Haushalt bereits für den Abriss des Gebäudes eingestellt war.

Das Geld für den Abriss wurde aus dem Haushalt 2017 gestrichen. Den Antrag, die Beschlusslage zu ändern, musste jedoch leider vertagt werden, um einen Kompromiss für den Haushalt herbeizuführen. Jetzt sieht es aber so aus, als müsste der Antrag nicht mehr entschieden werden: Die Deister-, und Weserzeitung meldet, dass sich die Projektpartner der Stadt, Arbeitgeberverband der Unternehmen und Kreishandwerkerschaft nach den Protesten aus dem Projekt zurückgezogen haben.

Erleichtert zeigt sich Peter Kurbjuweit, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Stadtrat über den Rückzug von AdU und Kreishandwerkerschaft aus dem Vorhaben: „Jetzt ist das Gebäude wieder frei für neue Nutzungsmöglichkeiten. Wir könnten uns dort gut ein Inklusions-Café zum Bürgergarten hin offen vorstellen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten. Das hätte ein Alleinstellungsmerkmal in Hameln.“ Dafür gäbe es bereits Interessenten. Aber auch anderen Nutzungen stehe man offen gegenüber. Geplant ist seitens der Fraktion eine Ideenbörse, bei der die Bürgerinnen und Bürger nach ihren Wünschen und Vorstellungen gefragt werden.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir an dieser Stelle kein Haus der Wirtschaft wollen.“ so Kurbjuweit. Für AdU und Kreishandwerkerschaft gäbe es viele nutzbare Leerstände. Die große Anzahl an Unterschriften, die der Frische Wind für sein Bürgerbegehren und DIE LINKE für ihre politische Auseinandersetzung gesammelt hätten, zeigten, dass auch in der Bürgerschaft die Erhaltung des Gebäudes gewünscht sei. „Ich freue mich, dass das die Unternehmer jetzt auch eingesehen haben.“ so Kurbjuweit weiter. Das Gebäude knüpfe mit seinen klaren geometrischen Formen an die modernen internationalen Architekturströmungen der 1920er Jahre an und sei als Symbol des gesellschaftlichen Neubeginns der Stadt nach dem Krieg zu betrachten. „Eine substanzerhaltende Nachnutzung wäre sicher auch im Sinne von Elsa Buchwitz.“ so Kurbjuweit. Nach dem Aus für das Haus der Wirtschaft gehe die Arbeit aber weiter: „Die Frage Verkauf oder Verpachtung sowie das genaue Konzept und natürlich der künftige Betreiber des Cafés müssen jetzt geklärt werden.“ Das Ziel sei aber klar: Erhaltung des Gebäudes und bürgernahe Nutzung.

 

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