Vor wenigen Tagen haben die beiden Ratsmitglieder der AfD-Ratsfraktion ihren Parteiaustritt erklärt. Eine möglichen Zusammenarbeit erteilen allerdings sowohl die Hamelner Grünen als auch die Sozialdemokraten eine klare Absage – trotz schwieriger Mehrheitsverhältnisse.

„Es ist schon spannend, dass die beiden die aktuelle Berichterstattung als gute Gelegenheit für ihren Parteiaustritt nutzen“, staunt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ingo Reddeck. Er betont, dass sich der hiesige AfD-Kreisverband allerdings seit Jahren innerhalb der Partei sehr rechts ausgerichtet hat – und ergänzt: „Dafür gab es in den letzten Jahren einige eindrucksvolle Belege – die wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs waren.“

Aus diesem Grund lehnt auch die Vorsitzende der Grünen Anett Dreisvogt eine Zusammenarbeit mit den Ex-Mitgliedern der AfD zum derzeitigen Zeitpunkt ab: „Dafür wäre deutlich mehr notwendig, als ein plötzlicher Parteiaustritt und eine allgemeine Distanzierung von der AfD.“ Ergänzend hält sie es auch für fraglich, sich auf einem Ticket einer Partei in den Rat wählen zu lassen – um dann alleine oder unter einer anderen Flagge das Mandat weiter auszuüben. „Das scheint ja aktuell sehr in Mode zu sein“, stellt Dreisvogt fest.

Auch der Sprecher des Kreisvorstands und Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Peter Kurbjuweit, lehnt eine Zusammenarbeit weiterhin ab: „Ich bin froh, dass die Ratsmitglieder der menschenfeindlichen AfD den Rücken gekehrt haben. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie sich für diese Politik in den Rat haben wählen lassen. Auf dieser Grundlage verbietet sich natürlich jede Zusammenarbeit.“

Eine Erwartung, welche alle drei auch an die anderen Fraktionen und Einzelbewerber haben: „Bei den derzeitig unklaren Mehrheitsverhältnissen mag es verlockend sein, sich mit den beiden zusammentun. Wir sind gespannt, wer jetzt aus taktischen Erwägungen vorschnell die bisherigen Vorbehalte über Bord wirft.“

SPD, Grüne und LINKE lehnen eine Zusammenarbeit mit den ehemaligen AfD-Ratsmitgliedern weiterhin ab

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