In Zeiten von niedrigen Zinsen sind Banken und Sparkassen auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahren die Gebühren für Girokontoführung gestiegen sind. Für ein einfaches Girokonto werden zum Beispiel bei der Sparkasse Hameln-Weserbergland monatlich 9,90 EUR fällig, wenn kein Onlinebanking, sondern klassische Papierüberweisung genutzt wird. Dies belastet vor allem einkommensschwächere Menschen, die aufgrund ihres Alters nicht mit Onlinebanking vertraut sind. „Im Harz IV Regelsatz sind le

Sparkasse Hameln-Weserbergland Hauptstelle
Sparkasse Hameln-Weserbergland Foto von Mcwagner CC BY-SA 3.0 DE

diglich 1,98 EUR für Finanzdienstleistungen vorgesehen. Wie soll ein Rentner, der auf Grundsicherung angewiesen ist, ohne Internetanschluss diese 9,90 EUR für ein Sparkassenkonto aufbringen?“, fragt Peter Kurbjuweit, Fraktionsvorsitzender der linken Stadtrats- und Kreistagsfraktion. „Gerade die Sparkassen als Institute in öffentlicher Trägerschaft haben den Auftrag die Bürgerinnen und Bürger mit notwendigen Finanzdienstleistungen zu versorgen. Da dürfen die Preise nicht ausgerechnet für die Schwächsten am höchsten sein.“, ergänzt Dr. Matthias Loeding, Beigeordneter der LINKEN im Kreistag. Nachdem DIE LINKE bereits über eineinhalb Jahre auf diesen Missstand hingewiesen hat, ist jetzt endlich ein positiver Zwischenstand erreicht. Bezieher von Harz IV, Asylbewerberleistungen, Grundsicherung und Wohngeld zahlen, wenn sie vor dem 1.1.1957 geboren wurden, künftig 4,90 EUR im Monat. Betroffene werden schriftlich darüber informiert. „Natürlich ist das immernoch zu viel für einen Harz IV Betroffenen“, bedauert Kurbjuweit, „damit ist zum Beispiel jüngeren Menschen, die sich keinen Internetanschluss leisten können, nicht geholfen. Aber immerhin bewegt sich die Sparkasse Hameln-Weserbergland.“ Dieses Resultat wurde durch gemeinsame Bemühungen von SPD/Mönkeberg, Grünen und Linken erreicht.

 

Vergünstigte Girokonten für Empfänger von Sozialleistungen
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